Kurzbericht der AAA-Fachtagung 2010 in Pommersfelden

AAA-Fachtagung in Pommersfelden unter dem Motto: "Lehren, Lernen, Prüfen, Leiten"

Berufliche Bildung genügt sich nicht selbst. Ausbildungseinrichtungen stehen unter Druck, dauerhaft eine gute Qualifikation zu gewährleisten. Handlungsfähig sein und handlungsfähig bleiben ist dabei die Aufgabe auf den unterschiedlichen Systemebenen. Die hohe fachliche Kompetenz der Refernten verlieh der Fachtagung eine beachtliche Note. Die Fachvorträge der Referenten stehen Ihnen im Archiv zum Download zur Verfügung.

Prüfungen in den Ländern auf dem Prüfstand
Referent: Sascha Reinecke
Ausgehend von dem strukturierten und stark reglementierten Prüfungsablaufgestaltung in Sachsen wurden in der gemeinsamen Erarbeitung in Kleingruppen die Verfahrensweisen der Bundesländer dargestellt und dokumentiert. Ziel ist es, eine gemeinsame Prüfungsdatenbank zu erstellen und im geschützten Bereich allen AAA-Mitgliedern zugänglich zu machen.
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AAA_BA-2010_Tschekan.jpg  Kompetenzorientiertes Lernen in heterogenen Gruppen
Referentin: Dr. Kerstin Tschekan
Aufgabe der Lehrperson ist es, Zusammenhänge herzustellen um Kompetenzen im Rahmen der Zielformulierung messen zu können. K. Tschekan unterstrich die Verantwortung der Lehrpersonen, das Verstehen der Auszubildenden anzubahnen. Eine Möglichkeit besteht darin, dies durch individualisierte Aufgabenstellungen im Rahmen der kooperativen Lernformen zu planen . Anzusetzen sei dabei bei dem individuellen Lernkonzept der Auszubildenden, dies besteht aus dem Informationswissen und den Erfahrungen. Dabei ist es nicht entscheidend, die Heterogenität der Gruppe aufzulösen.
AAA_BA-2010_Klaproth-Brill_Wedekind.jpg  Leistungsbewertung im Prozess des selbstgesteuerten Lernens
Referenten: Angelika Klapproth-Brill, Frank Wedekind
Lernsettings müssen schon in der Planung Kriterien festlegen, die im Rahmen der Leistungsmessung in eine Note fließen können. Dabei sollen sichere Kriterien stärker in der Leistungsbewertung einfließen, unsichere Kriterien eher schwächer berücksichtigt werden. A. Klapproth-Brill und F. Wedekind wiesen in diesem Zusammenhang auf die Instrumente der Schulentwicklung hin. Z.B. trägt die Lehrerhospitation wesentlich zur persönlichen Entwicklung des Lehrers bei. Im Rahmen der Leistungsbewertung wurde die Funktionen der Selbsteinschätzung und der Fremdeinschätzung als wesentliche Kriterien erläutert.
Lehrerhaltung und der erfolgreiche Umgang mit heterogenen Lerngruppen
Katrin Höhmann
"Erklär mir wie du rechnest, damit ich verstehe wie du denkst!" K. Höhmann referierte über die Verantwortung der Lehrpersonen; dies kann nur gelingen, wenn Wertprinzipien und Haltungen gegenüber den Auszubildenden reflektiert werden. Idealerweise erleben Auszubildende das Prinzip Verantwortung durch die Lehrperson beispielhaft. Schule ist in diesem Sinne ein Lernfeld für Verantwortung. Das Selbstverständnis der Lehrperson sollte dabei stärker die Zielgruppe und dann erst das Lernthema, so ist ein Zugang zu heterogenen Lerngruppen möglich. Beispiele von "guten Schulen" zeigen, dass eine abgestimmte Haltung der Lehrerkollegiums das Prinzip Verantwortung den Auszubildenden näher bringen kann. (Bild: rechts Katrin Höhmann, links Birgit Hoppe)
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Netzwerke in der Gesundheitswirtschaft spannen und nutzen
Wolfgang Goetzke
Der Bedarf von Fachkräften in der Pflege ist enorm, im Jahre 2050 muss sich nach Untersuchungen die Anzahl um ca. 500000 Personen bundesweit erhöhen. Allerdings ist die  stagnierende Zahl der Auszubildenden in der Altenpflege alarmierend.  Die Herausforderung an die Gesundheitswirtschaft lautet nach W. Goetzke demnach: Gemeinsam handeln … in Netzwerken! Die Gesundheitswirtschaft ist der Jobmotor der Zukunft. Gemeinsame Strukturen von kleineren Einrichtungen (z.B. ambulante Dienste) schaffen verbesserte betriebswirtschaftliche Möglichkeiten. Es wurden Beispiele aufgezeigt, wie die Akteure sich organisieren mit dem Ziel Informationen auszutauschen. Motto: Interessensaustausch sorgt für mehr Transparenz der Betriebsziele. Ggf. entstehen  gemeinsame Ziele (Gewinnung von Personal) und damit die Grundlage für effektive Netzwerke.

Weitere Impressionen von der Tagung