Kurzbericht der AAA Fachtagung in Freiburg/Breisgau vom 07.05. - 09.05.2012

Die Fachtagung des Arbeitskreises für Ausbildungsstätten in der Altenpflege (AAA) in der Universitätsstadt Freiburg/Breisgau vom 07.05. - 09.05.2012 fokussierte das Gewicht der Altenpflege für unsere Gesellschaft. Die Referentinnen und Referenten stellten in anschaulicher Weise dar, welchen Wert das Berufsbild der Altenpflegerin / des Altenpflegers für Deutschland und für das europäische Ausland hat. Sehr deutlich wurde das Profil dieses Ausbildungsberufs vor der sich verändernden Lebenswelt dargestellt und der Forderung des AAA auf Ablehnung der generalistischen Ausbildung damit nochmals Nachdruck verliehen.

Einen Überblick der nationalen Image- und Personalgewinnungskampagnen für den Beruf der Altenpflege wurden von Frau Irmtraud Stremlau und Herrn Michael Koperski dokumentiert. Nahezu die Hälfte der Bundesländer hat ihre Bemühungen für das Anwerben von Auszubildenden verstärkt und zum Teil schon positive Ergebnisse mit steigenden Schülerzahlen vermelden können.

Das Konzept Alzpoetry. Alzpoetry ist ein Projekt des Schriftstellers Gary Glazner, das seit 2004 erfolgreich in Seniorentagesstätten in den ganzen USA durchgeführt wird. Seit 2009 arbeiten der Marburger Slam Poet Lars Ruppel und die Deutschdidaktikerin Petra Anders an der Bekanntmachung und dem Einsatz des Alzpoetry Projektes in Deutschland. Im Jahr 2010 unterstütze die amerikanische Botschaft in Berlin das deutsche Alzpoetry Projekt. Alzpoetry erreicht Menschen in späten Stadien von Demenz mit Gedichten, die sie in ihrer Kindheit gelernt haben. Sie erinnern sich an Worte und Zeilen aus diesen Gedichten und wiederholen diese zusammen mit den Gruppenleitern.

Wie wirken sich verändernde demografische Bevökerungsentwicklungen auf die Personalentwicklung in der Altenpflege aus? Mona Frommelt belegte aufgrund von vorliegenden Zahlen eine bedeutende Relevanz, sowohl für die Gesellschaft, als auch für die Wirtschaft. Die Dienstleistung Pflege wird im Rahmen von Netzwerkarbeit erbracht (Personen, Strukturen, Finanzen). Es ist daher von Bedeutung, wenn sich alle Akteure mit dem wachsenden Beschäftigungsfeld Pflege und Gesundheit konstruktiv auseinandersetzen und so einen wichtigen Beitrag für die Steigerung der Attraktivität dieses Berufsfeldes leisten.

Auch Thomas Klie ging in seinem Beitrag auf den expandierenden Arbeitsmarkt Altenpflege ein. Das Profil des Ausbildungsberufes Altenpflege hat dabei eine entscheidene Bedeutung für die subjektive Zufriedenheit des pflegebedürftigen alten Menschen. Maßgeblich sind die Aushandlungsprozesse der Fachkraft für die Entstehung von Lebensqualität. Er warnte davor, diese Profilbildung als besonderen Wert zu vernachlässigen. Im Rahmen eines generalistisch geprägten Ausbildungsberufes (Altenpflege, Krankenpflege, Kinderkrankenpflege) kann diese Ausbildungsziel nicht erreicht werden.

Wie und was lernen Kinder? Was können verantwortliche Schulleitungen der Ausbildungsstätten für Altenpflege aus diesen Erkenntnissen für die Vermittlung der Berufsfähigkeit im Rahmen der Ausbildung in der Altenpflege im Schulalltag integrieren? Reinhard Kahl gab mit seinen Filmen Impulse zur Bildung von Haltungen und deren Verkörperung. In der Runde der anschließenden Diskussion wurden Beispiele erörtert, wie man sich als Schulträger aus dem "Material der Stolpersteine einen (eigenen) Weg bauen kann". Mut und Beharrlichkeit zur Veränderung der Lernwelten wurden von Reinhard Kahl als eine wichtige Eigenschaft der verantwortlichen Lehrer und Schulleiter skizziert.

Unsere Gastgeber des DAA in Freiburg, Frau Lioba Alicke und Herr Andreas Krüger (Schulleiter), garantierten einen reibungslosen Ablauf der Fachtagung; dieses trug im Wesentlichen zum positiven Feedback der Fachtagung bei. Ihnen sei herzlichst für Ihr Engagement gedankt.